Auf einen Kaffee mit Roger Willemsen

Auf einen Kaffee mit…

Roger Willemsen

Name: Roger Willemsen
Job: Schriftsteller, Weltreisender, Ex-Fernseh-Talkmaster und -Interviewer, Filmemacher, Gastprofessor für Literaturwissenschaften
Geboren: 1955
In: Bonn
Lebt in: Hamburg
Dauer des Gesprächs: schwer zu sagen, R.W. antwortete per Email und zwar sehr schnell
Gerauchte Zigaretten: 0
Aktuelles Buch: »Momentum«, S. Fischer, 2012
Twittername: @rogerwillemsen (der Account wurde von @saschalobo angemeldet, der ihn nicht nutzt; vielmehr heißt es in der Kurzbio: »Falls Roger Willemsen je twittern wollte, so wende er sich an @saschalobo«)
Homepage: www.roger-willemsen.de
Lesezeit für dieses Gespräch: 4 min
Fragen: Christian Ankowitsch
Foto: Jörg Steinmetz / S. Fischer Verlag
Erschienen: 1. November 2013

Ankowitsch: Kaffee oder Kaffee?
Willemsen: Dann doch wirklich Kaffee, aber nicht Caro, nicht Muckefuck, nicht Feigenextrakt mit Guarana-Zusatz, sondern den echten, fetten, starken Herz- und Hirnschrittmacher.

Ihr Lieblingskaffeehaus? Warum?
In Wien im »Sperl« hab ich in den Achtzigern die meiste Zeit verbracht. Der Kaffee war stark, ich ass alles nieder, was aus Topfen bestand, man ließ mich nicht fühlen, dass ich ein Deutscher bin, und verliebt war ich auch.

Warum zum letzten Mal besucht, das Kaffeehaus?
Auf der Suche nach diesem Kaffeehaus-Gefühl, und sagen Sie jetzt nicht, es war futsch. Nein, es war noch da. Gott erhalte uns Österreichs Kaffeehäuser.

Jemals vor dem Spiegel das Schnellsprechen geübt?
Die Bedeutung des Spiegels wird überschätzt (auch die des »Spiegels« übrigens.) Die Dinge, die einem gut gelingen, gelingen oft am Rande der Bewusstheit, also weit weg von Bespiegelung.

Wie ruiniert man ein Gespräch am besten?
Man hat noch ein paar weitere Gespräche auf verschiedenen Displays laufen. Der Blick schweift. Auch Stereotypen wirken Wunder. Nachdem ich sie mal drei Stunden hintereinander befragt hatte, richtete eine Frau ihre erste Frage an mich. Die lautete: »Und Du so?« – Auch ein Ruin.

Und wie rettet man ein Gespräch?
Ein verweilender Blick ist gut. Fragen, die aus den Antworten abgeleitet wurden. Empathie ist unverzichtbar, genuines Interesse …

Schon mal überzeugt gewesen: Das war es jetzt?
Im Gespräch: oft. Einmal schenkte mir eine Frau ein Säckchen mit »Herbes de Provence«. Da wusste ich: Das war es jetzt. War’s tatsächlich.

Keine existentiellere Situation?
Ach, Sie meinen im Leben? In einem Bordell in Kambodscha, wo ich für »Arte« drehte (gut, dass ich das sagen kann), zog einmal ein betrunkener Offizier seinen Revolver und zielte auf mich. Ich sah mir die Mündung lange genug an, um zu wissen: Es war keine Wasserpistole.

Ganz die Mutter? Oder doch der Vater?
Ich hab den Vater nicht lange kennen können. Da bleibt die Liebe stark und unscharf. Ich glaube, ich ähnele eher ihm. Das ist nicht leicht, denn in meinem Alter lag er gerade auf dem Sterbebett.

Warum ist es gut so, dass Sie ihm ähneln?
Weil es etwas wie meinen Vater auf der Welt geben sollte. So bin ich es halt oder wenigstens: Ich müh‘ mich.

Was können Sie an einem einzigen Finger abzählen?
Meine Saunabesuche.

Der Blick worauf rührt Sie?
Auf Schlafende. Manchmal stelle ich mir einen unsympathischen Menschen schlafend vor. Wenn er mich dann noch nicht rührt, ist er wirklich unrettbar unsympathisch.

Lieber fragen oder antworten?
Jetzt ist es Zeit geworden für das Antworten.

Reicht es jetzt?
Ich könnte noch.

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